Wenn wir Werbung machen wollen, um Kinder und junge Menschen zu erreichen, sollten wir, denke ich, drei Dinge beachten:

Einladen zu ganz bestimmtem Highlight mit Termin.

Lange bevor ich in die Gemeinde kam, in meiner Kindheit oder Jugendzeit, war unsere Gemeinde in der Pettenpolstraße, und dort hing ein Plakat im Fenster. Eine Einladung, in die Gemeinde zu kommen. Das habe ich gesehen, und habe gedacht: Da gehe ich mal hin. Wenn ich mal Zeit habe. Wenn es sich mal ergibt. Irgendwann mal. Und ihr könnt es euch denken: Es kam nicht dazu. Aber zum Minicarrennen, das ist so was ähnliches, wie Seifenkistenrennen, da war ich als Kind dabei. Da bin ich mitgefahren. Weil ich genau wusste: Den Termin durfte ich nicht verpassen. Diese Chance, dabei zu sein, kam nicht wieder. Als es vorbei war, war es vorbei. Meine Eltern hatten mich auch schriftlich angemeldet. Ich denke, daraus sollten wir eins lernen: Wenn wir Kinder einladen, sollte es nicht etwas regelmäßig stattfindendes sein, wo sie vielleicht irgendwann mal kommen können, sondern ein ganz bestimmtes Highlight an einem ganz bestimmten Termin, den sie nicht verpassen dürfen.

 

Es war exakt festgelegt, was genau für ein Highlight stattfindet und wann genau, und es wurde Wert auf meine Zusage gelegt.

 

Ich habe nicht einfach einen Handzettel in die Hand gedrückt bekommen zu irgendeiner Gruppe, die regelmäßig stattfand, kommst du heute nicht, kommst du nächste Woche.

Zu Hause besuchen, mit Eltern sprechen. Persönlich einladen.

Vor vielen Jahren habe ich in der Vorweihnachtszeit von der Pfadfinderarbeit ausgehend in der Fußgängerzone einen Feuertisch aufgebaut, Feuer gemacht und die vorbeilaufenden Kinder zum Stockbrot eingeladen. Da gab es gute Gelegenheiten, Werbung für die Pfadfinderarbeit zu machen, weil viele Kinder teilgenommen haben und es genug Zeit gab für Gespräche. Ich habe den Kindern einen Handzettel gegeben. Das war ein Fehler, der mir leid tut. Ich hätte mir die Adresse geben lassen müssen. Und ich hätte die Kinder zu Hause besuchen müssen. Und mit den Eltern sprechen. Bei einigen Kindern haben Matthias und ich das getan, und die sind wiedergekommen. Aber die Kinder, denen ich nur einen Handzettel gegeben habe, sind nicht wiedergekommen. Ich denke, daraus sollten wir eins lernen: Wenn wir Kinder einladen, sollten wir uns die Adresse geben lassen, sie zu Hause besuchen, mit den Kindern und den Eltern sprechen und verbindlich vereinbaren, dass sie kommen. Und zwar, wie gesagt, zu einem ganz bestimmten Highlight an einem ganz bestimmten Termin.

 

Übrigens: Private Adresslisten fallen nicht unter den Datenschutz.

 

Es ist wichtig, Menschen persönlich einzuladen. Ich wurde als Kind persönlich gefragt, ob ich beim Dachdecken mitmache, und mir wurde gesagt, man brauche meine Hilfe.

Um Hilfe bitten.

Einmal habe ich eine Botschaft gelesen. Sie bestand aus zehn Worten. Und ich wusste: Diese zehn Worte ziehen Menschen an, wie ein Magnet. Bei den zehn Worten handelte sich um folgende Überschrift in der Zeitung: „CVJM bittet Jugendliche um Hilfe beim Färben von 11.520 Eiern“ Diese Botschaft zog Menschen an, wie ein Magnet. Woher ich das weiß? Weil ich selbst, als ich Kind war, durch diese Botschaft angezogen wurde. Die Worte waren damals andere, vielleicht auch eine andere Anzahl, aber die Botschaft war die gleiche, und sie zog mich an, ebenso wie viele andere, die mit mir zusammen Ostereier färbten und viel Spaß dabei hatten. Seit dem sind viele Jahre vergangen, ich habe selber Kinder, und auch die wurden damals, als sie jung waren, angezogen wie ein Magnet. Weil es was zu TUN gab. Eier färben. Das wollten sie. Daran hatten sie Spaß.

 

Die Eier wurden verkauft, das Geld wurde in ein armes Land geschickt, und die Kinder hatten beim Eierfärben das Gefühl: „Wir tun was Gutes.“ Das motivierte sie noch mehr.