Wenn ich heutzutage eine Pfadfinderarbeit starte, das habe
ich schon mehrmals gemacht, finde ich mühelos Mitarbeiter, egal in welcher
Gemeinde, manchmal mehr, als ich brauche, und ich gehe auf die Straße, spreche
fremde Kinder an, von denen dann einige regelmäßig kommen, und ich habe immer
reichlich Ideen, was wir machen, z.B. im Wald eine Seilbahn bauen, und danach
hält eine Mitarbeiterin eine biblische Andacht, und im Hintergrund gibt es
Leute, die dafür beten.
Das war nicht immer so.
Vor vielen Jahren, als ich den ersten Teentreff gründen wollte, war ich
unsicher und unerfahren. Ich hatte viele Ideen, von denen ich glaubte, sie
„müssten funktionieren“, aber kaum Erfahrung. Ich habe alle möglichen
Informationen aufgeschrieben, als ob ich mich daran festhalten und entlang
hangeln wolle.
Damals habe ich lange gezögert. Der Grund war die Unsicherheit, ob es
funktionieren wird. Ein Scheitern würde einen bleibend negativen Eindruck
hinterlassen.
Ich habe lange gezögert, bevor ich anfing, weil niemand mir half.
Nachdem ich den Teentreff gegründet hatte, der aber dann doch kein Teentreff
war, sondern eine Jungschar, hatte ich in irgendwelchen Büchern was von
Pfadfindern gelesen. Es kam mir vor wie eine Phantasiewelt aus einem Roman. Es war
nur ein Wunschtraum. Heute ist es mit Leben gefüllt.
Ich hatte gebetet, Gott möge mich mit Gleichgesinnten zusammenführen. Daraufhin
lernten Matthias und ich einander kennen.
Matthias hat gemeinsam mit seinen Mitarbeitern, von denen ich einer war, eine
Pfadfinderarbeit geplant, gegründet, aufgebaut und geleitet. Ungefähr drei
Jahre war ich dabei, davon sechzehn Monate als Teamleiter eines der drei Teams,
und auch ich bin aufgebaut worden. Ich hätte gerne weitergemacht, musste aber
leider aus Zeitgründen aufhören.
Matthias hat, in Zusammenarbeit mit seiner Heimatgemeinde und einem
befreundeten Pastor, Briefe an verschiedene Gemeinden verschickt und
geschrieben, man wolle eine Pfadfinderarbeit aufbauen und suche Mitarbeiter.
Das sprach sich herum, wir haben uns im Hauskreis darüber unterhalten, der
Brief gelangte zu mir, und ich war begeistert und habe mich zur Mitarbeit
gemeldet. Eine klare Gebetserhörung. Es gab ein Treffen in seiner Heimatgemeinde,
zu dem ich hinfuhr und wiederum meine Mitarbeit anbot. Später hat er in unserer
Gemeinde im Foyer Menschen einzeln angesprochen, darunter auch mich. Und es gab
eine Präsentation vor der Gemeinde. Auf diese Weise fand Matthias genug
Gleichgesinnte, um mit diesen die Pfadfinderarbeit aufbauen zu können. Später
kamen noch mehr dazu.
Heute mache ich es ganz ähnlich, aber damals wusste ich nicht, dass es so
funktioniert.
Matthias hat mit den Pfadfinderkindern und uns Mitarbeitern ein
Übernachtungswochenende gemacht. Da habe ich viel gelernt.
Später habe ich selber ein Übernachtungswochenende für die Pfadfinderkinder
durchgeführt. Auf seinen Rat aber ohne seine Hilfe. Das empfand ich als ganz
leicht.
Mach es doch genauso! Mach es dir leicht! Lass dir von jemandem, der Erfahrung
hat, beim Start helfen!
Vielelicht kannst du später anderen helfen.