Einmal habe ich eine Botschaft gelesen. Sie bestand aus zehn Worten. Und ich wusste: Diese zehn Worte ziehen Menschen an, wie ein Magnet.
Möchtest du wissen, welche Worte das sind?
Natürlich möchtest du das wissen. Wer möchte nicht wissen, welche Kurzbotschaft aus nur zehn Worten es schafft, Menschen anzuziehen, wie ein Magnet.
Bist du gespannt?
Gut, ich verrate es dir:
Bei den zehn Worten handelte sich um folgende Überschrift in der Zeitung:
„CVJM bittet Jugendliche um Hilfe beim Färben von 11520 Eiern“
Diese Botschaft zog Menschen an, wie ein Magnet. Woher ich das weiß? Weil ich selbst, als ich Kind war, durch diese Botschaft angezogen wurde. Die Worte waren damals andere, vielleicht auch eine andere Anzahl, aber die Botschaft war die gleiche, und sie zog mich an, ebenso wie viele andere, die mit mir zusammen Ostereier färbten und viel Spaß dabei hatten.
Seit dem sind viele Jahre vergangen, ich habe selber Kinder, und auch die wurden damals, als sie jung waren, angezogen wie ein Magnet. Weil es was zu TUN gab. Eier färben. Das wollten sie. Daran hatten sie Spaß. Die Eier wurden verkauft, das Geld wurde in ein armes Land geschickt, und die Kinder hatten beim Eierfärben das Gefühl: „Wir tun was Gutes.“ Das motivierte sie noch mehr.
Einmal haben wir bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ mitgemacht. Es wurden Schuhkartons aufgestellt für ganz arme Kinder, damit die auch mal ein Weihnachtsgeschenk bekommen. Die Kinder haben mit brennender Begeisterung die Kartons eingepackt. Geschenke packen für arme Kinder macht Freude.
Das Dach eines Nebengebäudes eines Schulungszentrums musste neu gedeckt werden, und dazu wurden ein paar Kinder oder Jugendliche gesucht, die helfen wollten. Ich war damals dabei. Die eigentlichen Dachdeckarbeiten musste ein gelernter Dachdecker machen, aber damit der weniger Arbeit hatte, durften wir Kinder vorher das ganze Dach abdecken, einige morsche Balken erneuern, neue Dachpfannen hinauftragen und nebeneinander aufs Dach legen. Das hat so viel Spaß gemacht. Gemeinsam mit den anderen zusammenarbeiten, auf dem Dachstuhl klettern, sägen, nageln, Pfannen stemmen, und anschließend zusammen essen. Und wir Kinder hatten das Gefühl, gebraucht zu werden und eine richtige, echte Arbeit erledigen zu dürfen, die wichtig war und einen Nutzen hatte, und es war ja auch für einen guten Zweck. Wir hatten das Gefühl, „was Gutes“ zu tun. Das werde ich nie vergessen. Das hat so viel Spaß gemacht.
Wir hatten nach dem Dachdecken Hunger und Gesprächsbedarf. Genau die richtigen Voraussetzungen für ein Treffen in einer Kleingruppe mit richtig ausgiebigen Gesprächen.
Als Kind habe ich geholfen, ein halbes Schwein zu zerlegen und mit dem Fleischwolf daraus Hackfleisch zu machen, und aus dem Hackfleisch Wurst zu pressen. Ich kann mich erinnern, dass ich am Vorabend nicht zur Ruhe kommen und nicht einschlafen konnte, weil ich so aufgeregt war vor Freude, helfen zu dürfen. Das hat so viel Spaß gemacht. Für mich als Kind war es interessant. Der Räucherofen. Wie der Fleischwolf funktionierte. Wie das Hackfleisch in den Darm gepresst und Wurst draus gemacht wurde. Das Fleisch wurde eingesalzen. In einem riesigen Topf wurde Brühe gekocht. Natürlich durfte ich oft probieren. Und das hat geschmeckt.
Unser ehemaliger Heizöltank musste nach dessen Stilllegung mit Sand und Wasser gefüllt werden, damit er nicht eines Tages einstürzt. Da habe ich die Pfadfinder zu mir eingeladen, und die haben zehn Tonnen Sand in den Tank geschaufelt und mit einem Gartenschlauch mit Wasser vermischt. Die Kinder haben im Garten in einer Feuerschale Feuer gemacht, gegrillt, Eis gegessen, und es gab eine Andacht. Gott hat, nach Gebeten, wunderbares, warmes, sonniges Wetter, gutes Gelingen und großen Segen geschenkt. Es hat den Kindern, mir, und ich denke, uns allen, Riesenspaß gemacht.
Wir haben einen Raum tapeziert.
Wir haben mal in einem Waldstück von Udo viele Bäume gefällt. Ob das gefährlich war? Nein, die Bäume waren nur ein bis zwei Meter hoch. Viele Jahre später haben wir dann aber richtige Bäume gefällt, mit der Motorsäge, das hat auch Spaß gemacht.